Hundephysio

 

Bei der Hundephysiotherapie stehen die Schmerzlinderung und die Verbesserung der Lebensqualität an erster Stelle.

Das Wolfserbe in unseren Hunden verhindert, dass Schmerzen angezeigt werden. Leider wird der Hund in dieser Hinsicht stark vermenschlicht, denn viele Hundehalter meinen, solange der Hund noch läuft, spielt und tobt, hat er ja nichts. Es ist jedoch keineswegs so, dass ein Hund nur dann Schmerzen empfindet, wenn er winselt, jault oder gar nicht mehr läuft oder spielt! Vielmehr leiden die Tiere still und laufen trotzdem brav weiter, denn im Wolfsrudel wird ein Tier ausgeschlossen, das nicht mehr in der Lage ist, mitzuhalten. Beim Laufen werden Schmerzen mitunter sogar völlig ignoriert, da der Reiz (z. B. Ball, Hase, Artgenosse) zu stark ist. Viele Hunderassen haben ohnehin eine viel höhere Schmerztoleranz, als der Mensch. Anzeichen für Schmerzen oder Erkrankungen beim Hund können mitunter minimale Zeichen sein:

- Asymmetrischer Gang, Schwanken
- Passgang, vorallem wenn Schritt konsequent
  vermieden wird
- Leichtes Kopfnicken beim Laufen
- Leistungsabfall
- Probleme beim "Geschäfte" verrichten (Inkontinenz,  Bein wird
  plötzlich nicht mehr gehoben, Umfallen)
- Rute wird nicht mehr richtig bewegt/hängt herunter
- Schnell/früh beginnendes Hecheln
- Hund schüttelt sich nicht richtig durch / kommt dabei aus dem
  Gleichgewicht
- Über die Schnauze lecken/Zwinkern bei Berührung
- Sich ungern anfassen lassen an bestimmter Stelle
- Zucken im Rücken bei Berührung/Kämmen
- Häufiges Beknabbern/Hinschauen zu einer Stelle
- Leckekzeme, z. B. an den Pfoten
- Aufgewölbter Rücken/Buckel, Senkrücken, seitliche Verkrümmung
  (Skoliose)
- Hautfalte im Wirbelsäulenbereich nur schwer greifbar
- Veränderte Fellstruktur kann Hinweis auf tiefer liegende Probleme
  sein (z. B. auffallend lockiger/glatt am Rücken, im Gegensatz zum
  restlichen Körper)
- Schwierigkeiten beim Aufstehen/Hinlegen/Hochheben
- Probleme beim Treppenlaufen (z. B. nur beim Hochlaufen,
  während das Runtergehen gut klappt)
- Verweigern von Sprüngen oder Gangarten (beim Sport, Sprung ins
  Auto, aufs Sofa etc.)
- Sitzen oder liegen auf immer nur einer Seite
- Beim Sitzen wird ein Hinterbein stark abgewinkelt
- Hinken, Entlasten einer Pfote, Anlaufschmerzen
- Humpeln, welches nur "hin und wieder" auftritt, kann typisches
  Anzeichen für eine bestimmte Erkrankung sein und sollte abgeklärt
  werden!
- Spielunlust oder Ruhelosigkeit
- (Plötzliche) Wesensveränderungen (Aggressionen oder
  unerklärliche Panik)

 

Ca. 80-90 % der Hunde zeigen bereits leichte Auffälligkeiten im Gangbild, die vom Besitzer jedoch erst dann bemerkt werden, wenn das Tier bereits eine deutliche Lahmheit zeigt. In diesem Fall wird zumeist ein Schmerzmittel verordnet, aber es ist sinnvoll, die Ursache durch einen Physiotherapeuten oder Osteopathen  behandeln zu lassen. Denn bleibt die körperliche Einschränkung bestehen, weitet sich das Problem (evtl. durch zu geringe Schonung des Patienten, da er durch die Medikamente ja keine Schmerzen hat) aus. Es können weitere Körperstrukturen geschädigt oder die Bildung von Arthrosen begünstigt werden, denn die Medikamente nehmen zwar die Schmerzen, lösen jedoch weder Blockaden, noch korrigieren sie Fehlbelastungen oder Schonhaltungen. Und diese können für die Bildung von Arthrosen und weiteren Problemen mit verantwortlich sein. Auch ein Röntgenbild gibt keine 100 %ige Sicherheit, denn nicht jede Problematik verursacht Veränderungen, die sich derartig darstellen lassen (beispielsweise verspannte und verklebte Faszien). Dies sollte immer im Hinterkopf behalten werden. Weiterhin lässt sich natürlich auch nur über den jeweils abgebildeten Körperabschnitt eine Aussage treffen.

 

Die Ernährung spielt beim Thema Bewegungsapparat außerdem eine sehr große und wichtige Rolle. Gerade Trockenfutter und/oder Futter minderer Qualität kann zu Gelenkproblemen führen. Auf dieses Thema gehe ich aber bei jedem Patienten individuell ein.

 

Ein wichtiger Punkt ist außerdem die Prävention bei Sporthunden: Viele Sportarten (Flyball, Frisbee, Agility etc.) erhöhen das Verletzungsrisiko und nur ein vollständig gesunder Bewegungsapparat sollte dieser Belastung ausgesetzt werden! Um Muskeln und Gelenke für das Training oder Wettkämpfe beweglich und fit zu halten und beginnende Probleme schneller zu erkennen, empfiehlt sich - die menschlichen Athleten machen es vor: Regelmäßige Physiotherapie oder Osteopathie.

 

Auch Katzen kommen als Patienten in meiner Praxis vor. Beim sogenannten Kippfenster-Syndrom, nach einer Amputation von Gliedmaßen oder anderen Operationen, sowie bei Alterserscheinungen  oder sonstigen Problemen des Bewegungsapparates kann eine Behandlung sinnvoll sein.

 

Bei Unklarheiten oder Unsicherheiten, ob eine Behandlung für Ihr Haustier überhaupt in Frage kommt, sprechen Sie mich einfach an. Ich erläutere gerne Ihre Fragen in einem persönlichen Gespräch. Einige Hinweise finden Sie bereits hier: Wann darf keine Therapie erfolgen?

 


 

 

 

Wann ist eine Behandlung sinnvoll?

- Wachstumserkrankungen (Reha nach OP):
  ED (Ellenbogen-Dysplasie)
  IPA (Isolierter Processus Anconeus)
  FPC (Fragmentierter Processus Coronoideus)
  OCD (Osteochondrosis Dissecans, häufig Schultergelenk)

- Gelenkserkrankungen: HD (Hüftgelenks-Dysplasie),
  Patellaluxation, Arthrosen

- Krankheiten von Muskeln, Sehnen, Bändern:
  Kreuzbandriss, Muskelriss, Muskelatrophie, -verkürzung

- Probleme der Wirbelsäule: Wirbelblockaden,
  Spondylosen, Keil- oder Schmetterlingswirbel,
  Fehlhaltungen: Skoliose (seitliche Verkrümmung),
  Aufwölbung, Senkrücken

- Neurologische Erkrankungen: Bandscheibenvorfall,
  Lähmungen, Ausfallserscheinungen, Wobbler-Syndrom,
  Cauda-Equina-Kompressionssyndrom

- Zur Vorsorge bei gesunden Tieren

- Spezielles Training und Betreuung von Sporthunden

- Reha-Behandlung nach Operationen: Lymphdrainage,
  Narbenbehandlung, Muskelkräftigung, Verbesserung der
  Beweglichkeit

- Muskelaufbau, individuelle Therapie vor Operationen:
  Begünstigt den Heilungsprozess nach der OP

- Therapie nach Traumen (z. B. Unfall), bei akuten oder
  chronischen Schmerzen, verursacht durch Arthrosen,
  Amputationen, Überlastung, Schon- oder Fehlhaltung

- Schulmedizinisch austherapierte Tiere, bei denen
  evtl. keine Ursache festgestellt werden konnte

















 

Da mein eigener Hund "Rollstuhlfahrer" war, bin ich
auch auf diesem Gebiet mit allen Problemen und
"Stolpersteinen" bestens vertraut.
(Veröffentlichung der Rolli-Fotos mit freundlicher
Genehmigung von "Tante Emma" Orthopädie und
Reha-Technik für Vierbeiner, mehr Infos unter Links)

 

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